TIMESHARING

„Ferienwohnrechte auf Zeit“

 

Nachfolgenden Bericht haben wir bereits 1998 im CSA- Observer in der Schweiz publiziert. Was hat sich inzwischen geändert?

Mit dubiosen Methoden werden Anleger zum Erwerb von  Ferienwohnrechten auf Zeit überredet.

Der Urlauber kauft das Recht, jedes Jahr eine oder mehrere Wochen in einer bestimmten Ferienwohnung zu verbringen. Je nach Lage und Grösse der Wohnung sowie der Saison kostet eine Woche zwischen 3.000 und 25.000 DM Dafür kann der Teilzeit-Eigentümer sein Leben lang die Wohnung nutzen.

Der Erwerb ist in Wahrheit für den Erwerber wirtschaftlich wenig attraktiv, für den Anbieter jedoch höchst attraktiv. Denn Timesharing-Objekte sind oft masslos überteuert und, wenn überhaupt, nur unter dem Einstiegspreis zu verkaufen.

In Deutschland gibt es bereits annähernd 200.000 Timesharing-Nutzer, von denen viele ihren Entschluss längst bereut haben, wie die Beschwerden bei den Verbraucherzentralen  es dokumentieren und das deutsche Bundeskriminalamt warnt.

 

Timesharing ist ein seit vielen Jahren lukratives Geschäft für Drückerkolonnen in den Urlaubsgebieten, welche die Urlaubslaune der Touristen perfekt ausnutzen. Inzwischen beteiligen sich auch Weinhandlungen und Reisebüros mit Gewinnspielen und Urlaubsgutscheinen am lukrativen Geschäft.

 

Zwischen Versprechungen der Anbieter und den realen Auswirkungen auf die Nerven und den Geldbeutel der Anleger klaffen nicht nur geographische Weiten:

 

v      Meist wird den Kunden schon direkt am Urlaubsort eine Anzahlung zwischen 5.000 und 12.000 DM abverlangt, die sie auch bei Widerruf innerhalb einer Woche nicht mehr zurückerhalten.

 

v      Dem Urlauber wird einsuggeriert, dass er für eine bestimmte Zeit Eigentümer einer Wohnung werde. In Wirklichkeit erwirbt er nur ein Nutzungsrecht und nur selten wird er ins Grundbuch eingetragen.

 

v      Hinter den Anbietern stecken oft Briefkastenfirmen mit einem undurchsichtigen Geflecht von Tochtergesellschaften. Als Firmensitz werden Länder gewählt, in denen die Rechtslage sich nachteilig für den Verbraucher auswirkt, wie z.B. in Spanien. Dort ist es nicht selten, dass sich Prozesse über 10 Jahre hinziehen und der Prozessausgang ungewiss, sowie die Kosten u.a. für Korrespondenzanwälte hoch sein können.

 

v      Sollte der Anbieter konkurs gehen, was bei einem intransparenten Firmenkonglomerat auch vorstellbar wäre, würde der Erwerber nicht nur sein Nutzungsrecht , sondern auch sein Geld los haben.

 

v      Dass in südlichen Ländern die Bauqualität oft auch zu wünschen  lässt, ist allseits bekannt. Wer sich nun ahnungslos in ein Gebäude mit schlechter Bausubstanz eingekauft hat, muss sich für die gesamte Dauer des Nutzungsvertrages anteilig an den Renovierungs-und Reparaturkosten beteiligen.

 

v      Auch wird von den Überredungsexperten vor Ort den ahnungslosen Kunden suggeriert, dass sie ihre Wohnung auch mit anderen Sharern tauschen könnten, wenn sie nicht immer am gleichen Ort Urlaub machen wollten.

Verschwiegen wird dabei, dass man dafür einer Tauschorganisation  beitreten und hohe Gebühren bezahlen müsse. Ausserdem sind die Wohnungen in den beliebten Ferienorten meistens ausgebucht. CSA-Bericht 1998- Zitatende

 

Aktuell in 2002: Zitieren wir den Bericht der „Stiftung Warentest- FINANZtest-7/2002:

 

Timesharing
Abgeschleppt und ausgetrickst

Immer wieder fallen Urlauber auf die Versprechen von unseriösen Timesharing-Anbietern herein. FINANZtest hat schon oft davor gewarnt. Denn die ein- oder mehrjährigen Wohnrechte sind im Allgemeinen teurer als Pauschalreisen in ein vergleichbares Feriendomizil. Käufer haben zwar ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Das gilt allerdings nur für Verträge ab 36 Monaten Laufzeit. Bleiben Anbieter darunter, haben Verbraucher kaum eine Chance, aus dem abgeschlossenen Vertrag wieder herauszukommen. FINANZtest zeigt, wie Verbraucher zu Timesharing-Abschlüssen gedrängt werden und worauf Interessenten achten sollten, falls sie trotzdem ein Wohnrecht kaufen wollen.

Vertrag statt Gewinn

Ein Beispiel für die Taktik dubioser Timesharing-Anbieter: Ahnungslose Urlauber werden zu Gewinnspielen auf der sonnigen Strandpromenade eingeladen und ziehen - ganz zufällig - den Hauptgewinn. Den Preis (Bargeld oder eine Woche Traumurlaub) müssen sie sich allerdings in einer Ferienanlage oder einem Verkaufsbüro abholen. Doch dort wird den Touristen statt des Gewinns ein Timesharing-Vertrag angeboten.

Gesetz umgehen

Das Gesetz schützt nur unzureichend: Erst bei Verträgen mit einer Laufzeit ab 36 Monaten müssen Anbieter den potentiellen Kunden einen umfassenden Katalog aushändigen und ein 14-tägiges Widerrufsrecht einräumen. Während dieser Frist dürfen die Unternehmen auch keine Anzahlung annehmen. Unseriöse Anbieter verkürzen die Laufzeit der Verträge daher einfach auf 35 Monate. Dann haben Verbraucher kaum eine Chance, ihr Wohnrecht wieder zu kündigen.

Teure Ferien

Die ein- oder mehrwöchigen Wohnrechte sind meist teurer als ein Pauschalurlaub in einem vergleichbaren Ferienclub. Denn Verbraucher zahlen beim Timesharing nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Unterhaltungskosten. Hinzu kommen zusätzlich Ausgaben für An- und Abreise sowie die Verpflegung vor Ort.

Wiederverkauf schwer

Wer seine Wohnrechte wieder verkaufen will, kann dies meist nur mit Verlusten. Der Grund: Es gibt keinen funktionierenden Zweitmarkt für den Verkauf von Timesharing. Auch hier heißt es: Vorsicht vor dubiosen Unternehmen. Diese geben vor, Interessenten für das Wohnrecht zu haben. Doch schon vor der vermeintlichen Vermittlung verlangen sie hohe Gebühren. Seriöse Firmen verlangen dagegen erst Geld, wenn sie das Wohnrecht auch weiterverkauft haben.

 

Zitatende des Berichts aus dem FINANZtest 7/2002.

 

 

 

Black List – Timesharing

 

DespaGroup, Teneriffa/ Spanien – Unseriöse Wiederverkaufsfirma von Timesharing ( Wohnrechten) / 05/01

General Ownership Agency, Ltd., Tortola/British Islands- Dubiose Abzockerfirma, die gegen Vorausgebühr vorgibt Ferienwohnrechte wieder zu verkaufen; doch damit wird es dann nichts! / 12/01

Intern.travel Services Ltd.- Tortola/ British Virgin Islands- kooperieren mit siehe General Ownership / in 2002

International Vacation Corp.,Nassau /Bahamas- dubiose Timesharing Anbieter

Lagos de Fanabe, Teneriffa-Mutmassliche Betrügereien im Zusammenhang von Vertragsabschlüssen zum Timesharing. / 2/2002

Libano Sur, Teneriffa- mutmaßliche Betrügereien bei Vertragsabschlüssen von Ferienwohnrechten / 2 / 2002

Los Olivos, mutmaßliche Betrügereien bei Vertragsabschlüssen von Ferienwohnrechten / 2 / 2002

Millennium Club Card, Teneriffa- , mutmaßliche Betrügereien bei Vertragsabschlüssen von Ferienwohnrechten / 2 / 2002

Miraflores,Promotion S.A. Mijas, Costa del Sol/ Südspanien- Dubioser Anbieter von Timesharing mit Drücker- Werbe-Methoden / 8/02

Royal Financial Services, Lanzerote/ Spanien- mit dem königlichen Namenszusatz werden im Koenigreich Spanien Ferientouristen mit wenig königlichen, dubiosen Timesharing-Werbemethoden über den Tisch gezogen. / 2002/

United Sales Ltd. oder auch United Paradise Group, Isle of Man- Timesharing- Abzocker-Gesellschaft, die auf Teneriffa ihr Unwesen treibt. / 8/2002

Vancien S.L., Lanzerote/ Spanien- Timesharing- Abzocker-Gesellschaft, die auf Lanzerote ihr dubioses Abzockerspiel betreibt. / 8/2002

Viajes Tesoro S.L., ( übersetzt: „Reise-Schatz“) Gran Canaria/ Spanien-  Also „Reiseschaetze“ werden die geneppten Timesharing-Touristen von den Kanaren sicherlich nicht nach Hause bringen. / 8/02

 

Die Schutzvereinigung für Timesharing und Ferienwohnrechteinhaber in Wiesbaden weist darauf hin, Inhaber von Ferienwohnrechten (Timesharing), die diese wieder loswerden wollen, werden immer öfter von dubiosen Wiederverkaufsfirmen abgezockt.


Die Wiederverkaufsfirmen gaukeln den Inhabern von Teilzeitwohnrechten vor, es gäbe bereits interessierte Käufer und verlangen Geld im Voraus. "Sie verschweigen, dass es in Wirklichkeit keinen Zweitmarkt gibt und ein Verkauf - wenn überhaupt - nur mit großen Verlusten möglich ist", erklärt
Hajo Gekeler, Präsident der Schutzvereinigung. Interessenten gebe es aber keine. Ohnehin habe die Mehrheit der Timesharer ihre zwischen 10 und 30 Jahre gültigen für eine oder zwei Wochen pro Jahr gekauften Wohnrechte gar nicht haben wollen. Den meisten seien die Rechte, die zwischen 5 000 und 30 000 Euro plus jährliche Nebenkosten von bis zu 500 Euro kosten, in Verkaufsveranstaltungen aufgeschwatzt worden.

Die Wiederverkäufer, die stets Adressen im Ausland angeben, melden sich meist telefonisch bei ihren Opfern. Sie kassieren eine Bearbeitungsgebühr von mehreren Hundert Euro und sind anschließend nicht mehr erreichbar.

In Spanien werden laut Gekeler Verkaufswillige besonders übel hereingelegt. Sie werden gefragt, ob ihr Wohnrecht im Grundbuch eingetragen sei. Wenn sie dies verneinen, behaupten die Betrüger wahrheitswidrig, dass dies nach spanischem Recht Pflicht sei. Dann bieten sie an, die Eintragung preisgünstig über einen spanischen Notar vornehmen zu lassen. Dafür kassieren sie 800 Euro Vorkasse. Auch dieses Geld ist verloren.

Quelle: auszugsweise zitiert nach einem Bericht : „Wiederverkaufsfirmen betrügen Inhaber von Ferienwohnrechten“ aus dem FINANZtest 8/2002

 

Betrug in Spanien aufgeflogen – LIBANO SUR

Die spanische Polizei hat Ende November 2001 ein betrügerisches Timesharing-Netzwerk auf den Kanarischen Inseln aufgelöst. Mehr als zehn Personen wurden verhaftet. Sie sollen 17 000 Verbraucher, vor allem Deutsche und Briten, beim Abschluss von Verträgen für den Kauf von Wohnrechten in Ferienappartements betrogen haben.
Von den Ermittlungen sind nach Angaben des Europäischen Verbraucherzentrums in Kiel folgende Firmen an der Südküste Teneriffas betroffen:

-          Privilege Dream Holidays
- Millenium Club Card
- Island Village
- Los Olivos
- Tenerife Real Garden
- Lagos des Fanabé
- Flamingo
- Yuca Park
- Libano Sur
- Colonial Beach Club
Das Europäische Verbraucherzentrum in Barcelona sammelt in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Verbraucherzentrum in Kiel “verdächtige Vertragsabschlüsse” und leitet sie an die Staatsanwaltschaft in Madrid weiter. Deutsche, die mit diesen Firmen Verträge über ein langjähriges, meist ein- bis zweiwöchiges Wohnrecht in einer Apartmentanlage abgeschlossen haben, können sich an die EVZ Kiel, Willestraße 4-6, 24103 Kiel, wenden

-          ( Quelle: Finanztest Ausgabe 2/2002 )

 

 

CSA - FAZIT: Auch in Spanien wurden inzwischen verbesserte gesetzliche Möglichkeiten zur Eindämmung  betrügerischer Timesharing- Offerten eingeführt. Doch die Praxis sieht eben nach dem uralten Motto weiterhin so aus: „Wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter!“
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